Eine besondere Verbindung zwischen Obertshausen und der ukrainischen Stadt Novovolynsk wurde kürzlich durch die Unterzeichnung eines gemeinsamen Solidaritätspakts offiziell besiegelt. Eine fünfköpfige Delegation aus Novovolynsk unter der Leitung von Bürgermeister Borys Karpus war zu Gast in Obertshausen, um den formellen Beginn dieser partnerschaftlichen Beziehung zu feiern. Auch Obertshausens Bürgermeister Manuel Friedrich zeigte sich zufrieden mit diesem wichtigen Schritt, der die Solidarität und Verbindung zwischen den beiden Städten stärkt.
Der Solidaritätspakt steht für die gemeinsamen Werte von Demokratie, Freiheit und einem friedlichen Zusammenleben in Europa. Er verpflichtet keine der beiden Städte zu finanziellen Leistungen, sondern betont vielmehr die Bedeutung der gegenseitigen Unterstützung, insbesondere in der aktuellen Krisensituation. Obertshausen hat sich dazu bekannt, die Ukraine solidarisch und humanitär zu unterstützen, und setzt damit ein starkes Zeichen für europäische Werte.
Bei einem Empfang mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Kirche wurden die Urkunden feierlich unterzeichnet. Beide Städte verständigten sich darauf, weiterhin Spenden und Fördermittel zu organisieren, um die Situation in den Krisengebieten zu verbessern. Dabei soll der Fokus nicht nur auf der Deckung des Grundbedarfs liegen, sondern auch auf nachhaltiger Entwicklung und dem Wiederaufbau. Bereits im Dezember 2024 hatte die Stadtverordnetenversammlung von Obertshausen den Beschluss zum Solidaritätspakt gefasst. Seine Anfänge nahm die Partnerschaft jedoch schon im Frühjahr 2023, als Delegationen aus beiden Städten im Sitzungssaal des Rathauses Schubertstraße zum ersten Austausch zusammenkamen.
Ein weiteres Highlight des Tages war der Start eines Hilfstransports in die Ukraine, organisiert von Bernhard Langert, einem Privatinitiator aus Obertshausen. Gemeinsam mit Mitgliedern des Vereins FC Oberschlesien machte er sich mit einem vollbeladenen Sprinter auf den Weg, um dringend benötigte Hilfsgüter in die Krisenregion zu bringen. Bevor die Reise begann, erhielt das Team einen Reisesegen von Pfarrer Norbert Hofmann. Bernhard Langert war im Jahr 2022 der erste Helfer aus Obertshausen, der vor Ort in der Ukraine aktiv wurde und die Kontakte zwischen den beiden Stadtverwaltungen herstellte. In den vergangenen drei Jahren hat er mehr als 26 Tonnen an Hilfsgütern gesammelt, darunter medizinische Waren, Generatoren, Lebensmittel, Werkzeuge und sogar Fahrzeuge. Insgesamt wurden 20 Transporte von Obertshausen aus organisiert, wobei die einfache Strecke über 1.400 Kilometer beträgt.
Der Solidaritätspakt zwischen Obertshausen und Novovolynsk ist ein starkes Symbol für Zusammenhalt und gemeinsame Werte in Europa. Die Unterstützung durch Spenden und Hilfstransporte unterstreicht den Willen der Menschen in Obertshausen, aktiv zur Verbesserung der Situation in der Ukraine beizutragen. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Städten ist ein inspirierendes Beispiel dafür, wie durch Solidarität und Engagement echte Veränderungen bewirkt werden können.